Neuraltherapie, das Störfeldgeschehen

Anatomie des Vegetativen Nervensystems

Um die Funktionsweise zu verstehen, bedarf es einiger Erläuterungen zum Aufbau des Vegetativen Nervensystems. Wie bereits oben genannt, beschreibt der Begriff Vegetatives Nervensystem letztlich ein Funktionsprinzip. Dieses lässt sich unterteilen in zwei Aspekte:

  • Sympathicus
  • Paraympathicus
Anatomie des Vegetativen Nervensystems | Neuraltherapie, das Störfeldgeschehen
Was ist der Sympathikus?

Es handelt sich dabei um kleine Nervenfasern, die sich an jeder Stelle des Körpers finden. Das wird dadurch möglich, weil sie krakenartig alle grossen und kleinen Nerven sowie sämtliche grossen und kleinen Blutgefässe umschlingen und so zu fast allen Organen und Zellen gelangen.

Dieser Sachverhalt zeichnet den Sympathikus im Besonderen aus. Denn nur er verbindet Alles mit Allem. So hat sich ein in allumfassendes Kommunikationssystem ausgebildet. Der Mediziner spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass der Sympathikus ubiquitär (= allgegenwärtig) vorhanden ist.

Damit der Sympathikus die Nerveninformationen fortleiten kann, bedarf es eines Hormons. Dieses Hormon heisst Adrenalin.

Was ist der Sympathikus? | Neuraltherapie, das Störfeldgeschehen

Die Wirkung des Adrenalins

Jeder kennt die Wirkungen des Adrenalins am eigenen Körper.
Zum Beispiel: Sie sitzen entspannt im Sessel und plötzlich erschrecken Sie sich. Von einer Sekunde auf die andere sind Sie hellwach und das Herz rast. Adrenalin wird schlagartig ausgeschüttet und aktiviert den Sympathikus. Wenn dieser Zustand anhält, kommen möglicherweise noch weitere Symptome hinzu wie Muskelzittern, Kaltschweißigkeit und ein trockener Mund. Das sind die Wirkungen des Sympathikus und seines Hormons Adrenalin!

Warum ist das so?

Dahinter steht dass Urbedürfnis, dass wir uns schnellst möglich von einer Gefahrensituation entfernen wollen. Um das zu erreichen, werden alle diejenigen Kräfte mobilisiert, die für diesen Augenblick notwendig und angemessen sind. Man könnte es auch anders formulieren: Der Körper aktiviert ein Notprogramm, dass das Überleben sichern soll.

Und alle diejenigen Funktionen, die zum Erreichen dieses Zieles entbehrlich sind, werden in diesem Augenblick heruntergefahren. In diesem Moment stehen Sie unter Stress!
Versuchen Sie einmal in einer solchen Situation etwas zu Essen. Sie werden aus vielerlei Gründen den Bissen nur schwerlich herunterschlucken können. Und wenn Sie es doch schaffen, liegt er Ihnen wie ein „Stein“ im Magen.

Was bewirkt Adrenalin im Körper?

Die Wirkungen des Adrenalins sind komplex und z.T. organabhängig. Beispielhaft seien nur folgende Wirkungen genannt:

  • Verengung der Arterien
  • Leistungssteigerung des Herzens und damit Puls- und Blutdruckanstieg
  • Verschlechterte Durchblutung bestimmter Organe
  • Aktivierung von Entzündungsprozeßen
Was ist der Paraympathikus?

Es handelt sich dabei u.a. um kleine Nervenfasern, die in Nervenkabeln gebündelt, zu vielen Organen und Zellen gelangen. Im Gegensatz zum Sympathikus verbindet der Parasympathicus nicht Alles mit Allem. Damit ist er nicht ubiquitär (= allgegenwärtig) vorhanden.

Der wichtigste und dickste Vertreter des Parasympathicus ist der Vagusnerv. Von den 12 Hirnnerven, die direkt aus dem Gehirn kommend in die Peripherie des Körpers ziehen, ist der Vagusnerv der 10. Hirnnerv. Damit der Parasympathikus die Nerveninformationen fortleiten kann, bedarf es eines Hormons. Dieses Hormon heisst Acetylcholin.

Was ist der Paraympathikus? | Neuraltherapie, das Störfeldgeschehen

Die Wirkung des Acetylcholins

Jeder kennt die Wirkungen des Acetylcholins am eigenen Körper.
Zum Beispiel: Sie sitzen im Wohnzimmer, sind entspannt und lesen eine Zeitung. Sie hören Kochgeräusche aus der Küche, was Sie akustisch auf die baldige Mahlzeit einstimmt. Zusätzlich steigt auf einmal ein wohlriechender Duft, der in Vorbereitung befindlichen Mahlzeit, in Ihre Nase. Sie spüren eine zunehmende Speichelbildung und Ihr Magen knurrt Ihnen sein Hunger vor.

Mit Wohlgenuss geniessen Sie Ihr köstliches Mahl. Kaum beendet, verspüren Sie eine angenehme Schwere, die Sie auffordert, die Beine hoch zu legen. Und keine fünf Minuten später, sind Sie dem Nickerchen zum Opfer gefallen. Das sind die Wirkungen des Parasympathicus und seines Hormons Acetylcholin!

Die Wirkung des Acetylcholins | Neuraltherapie, das Störfeldgeschehen
Die Wirkung des Acetylcholins | Neuraltherapie, das Störfeldgeschehen
Warum werden wir nach dem Essen müde?
Bezogen auf dieses Beispiel hat Acetylcholin im wesentlichen eine gegensinnige Wirkung zum Adrenalin. Die Funktion und die Durchblutung der Verdauungsorgane wird hochgefahren. Der Körper bereitet sich auf die Aufnahme von Nahrungsmittel vor. Die Herztätigkeit und damit der Blutdruck sind gedrosselt. Nach der Nahrungsaufnahme wird viel Blut in den Blutgefässen der Verdauungsorgane benötigt. Dieses Blut „fehlt“ dann aber im Gehirn. Wir werden müde!
Was bewirkt Acetylcholin noch im Körper?
Die Wirkungen des Acetylcholins sind komplex und z.T. organabhängig. Beispielhaft seien nur folgende Wirkungen genannt:

  • Durchblutungsförderung der Verdauungsorgane
  • Drosselung der Herzfunktion
  • Engstellung der Bronchien
  • Zusammenziehung der Harnblasenmuskulatur
  • Weitstellung der Blutgefässe im männlichen Genital als Voraussetzung für die Erektion

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.