Chlamydia pneumoniae

Was ist Chlamydia pneumoniae?

Chlamydia pneumoniae ist ein Bakterium, das die Besonderheit aufweist, dass es nur in einer Zelle leben und so über Jahre auch in den Zellen des Körpers überdauern kann. Chlamydia pneumoniae löst vor allem Atemwegsinfektionen aus. Nahezu jeder Mensch setzt sich ein oder mehrmals in seinem Leben mit dem Keim auseinander. Nach überstandener Infektion verbleiben Antikörper, die im Blut nachgewiesen werden können.
Darüber hinaus gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, dass die Chlamydien auch Auslöser für eine Arterienverkalkung sein können. Somit stellen sie einen vom Fettstoffwechsel unabhängigen Faktor für die Entwicklung einer Arteriosklerose dar.

 

Entzündungen an der Arterienwand
  • Entzündliche Phänomene spielen als Auslöser für die Arterienverkalkung eine wesentliche Rolle.
  • In der Folge kann es durch Verschlüsse von Arterien u.a. zum Herzinfarkt kommen.
  • Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Fresszellen (Makrophagen). Diese wandern in die Gefäßwand ein und initiieren die arteriosklerotischen Gefäßveränderungen.
  • Der sich meist über Jahrzehnte entwickelnde Prozeß verläuft lange Zeit ohne erkennbare Symptome.
Die Chlamydien fördern die Entzündung an der Arterienwand
  • Erst 1995 wurde die Beteiligung von C. pneumoniae an arteriosklerotischen Veränderungen der Herzkrankgefäße entdeckt.
  • Die Erreger sind in der Lage, in die Makrophagen einzudringen und dort lange Zeit zu verharren.
  • Diese mit Chlamydien infizierten Makrophagen wandern zum einen in die Arterienwand ein und zum anderen schütten sie entzündungsfördernde Botenstoffe aus, die die Arterienverkalkung fördern.
  • In diesen Prozeß mit einbezogen wird auch das Gerinnungssystem. Dessen lokale Aktivierung führt zur Ausbildung von Blutgerinnseln (Thromben), die verschleppt werden und so zum Verschluß von Arterien führen können.
Belege für die Beteiligung von C. pneumoniae
  • Zwischen der koronaren Herzkrankheit und anderen arteriosklerotisch bedingten Erkrankungen sowie dem Vorhandensein von Antikörpern gegen Chlamydia pneumoniae konnten Zusammenhänge festgestellt werden.
  • Chlamydia pneumoniae konnte in arteriosklerotischen Arterienablagerungen nachgewiesen werden.
  • Es gibt Erkenntnisse, dass eine antibiotische Therapie bei koronarer Herzkrankheit diese erfolgreich behandeln kann.
  • C. pneumoniae konnte in Makrophagen, Muskelzellen und der Innenhaut der Arterien nachgewiesen werden.
  • Im Tierversuch konnte eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels durch die Injektion von Chlamydia pneumoniae künstlich hervorgerufen werden.
Was wird im Labor untersucht?

Die Bestimmung von spezifischen Antikörpern gegen Chlamydia pneumoniae erfolgt im Blut.

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