Lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2 (Lp-PLA2)

Was ist die LP-PLA2?

Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich ein Enzym, dass es in sich hat.

Die Bestimmung der Lp-PLA2-Aktivität gibt Auskunft zur Stabilität von verkalkungsbedingten Cholesterinablagerungen in der Arterienwand.
Eine hohe Lp-PLA2-Aktivität bedeutet ein nahezu doppelt so hohes Risiko für das individuelle Auftreten eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.
Bei einer erhöhten Lp-PLA2-Aktivität ist es außerordentlich wichtig, gut beeinflussbare Risikofaktoren der Arteriosklerose zu behandeln.

Entzündungsprozesse in der Arterienwand

An der Entstehung der Arteriosklerose sind Entzündungsprozesse beteiligt, die sich in der Arterieninnenwand (Intima) abspielen. Diese Prozesse laufen häufig Jahre bis Jahrzehnte unmerklich ab, bis die Verkalkung soweit fortgeschritten ist, dass die betroffenen Menschen organabhängige Symptome zeigen.

Lp-PLA2 ist ein spezifischer Entzündungsparameter

Das Lp-PLA2 zeigt das Ausmaß dieses Entzündungsprozesses an und ist damit ein spezifischer Risikoparameter für die Einschätzung, ob Verkalkungsherde in der Arterienwand instabil sind und drohen zu platzen. Damit zeigen erhöhte Werte von Lp-PLA2 im Blut an, ob tatsächlich ein erhöhtes Infarktrisiko besteht.
Lp-PLA2-Werte sind auch bei normalem systolischen Blutdruck ein Hinweisgeber für ein erhöhtes Schlaganfallrisiko (2-fach erhöhtes Risiko).
Bei erhöhtem systolischen Blutdruck steigert ein erhöhtes Lp-PLA2 das Schlaganfallrisiko auf das 7-fache.

Stabile Verkalkungsherde (Stabile Plaques)

  • Im Verlaufe des Verkalkungsprozesses lagert sich in der Arterieninnenhaut zunehmend Cholesterin ab.
  • Diese Ablagerungen werden als Plaque oder Atherom bezeichnet.
  • Über die Ablagerungen bildet sich unter Beteiligung von eingewanderten Muskelzellen der mittleren Arterienwand, eine bindegewebige Schutzkappe aus.
  • Solange diese Schutzkappe intakt ist, können die Ablagerungen nicht in die Blutbahn gespült werden und bleiben damit vor Ort.
  • Das geht mit einer geringeren Konzentration von Lp-PLA2 in den Plaques einher. Solche Verkalkungsherde werden auch als stabile atherosklerotische Plaques bezeichnet.

Instabile Verkalkungsherde (Instabile Plaques)

In Abhängigkeit vom Grad der Entzündungsaktivität kann sich die Stabilität der Schutzkappe ändern. Je stärker die Entzündungsaktivität ist, umso instabiler wird sie. Und umso höher ist die Konzentration von Lp-PLA2 in den Plaques. Damit steigt das Risiko, dass die Schutzkappe einreißt und Bestandteile der Ablagerungen in die Blutbahn gelangen und fortgespült werden. Solche Verkalkungsherde werden auch als instabile atherosklerotische Plaques bezeichnet.

Durch diesen Vorgang können Arterien verstopfen und so u.a. den Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.

Was wird im Labor untersucht?

Die Bestimmung des Lp-PLA2 (Lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2) erfolgt aus dem Blut.

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